Wertvollster Silo im Vulkanland

Familie Gollenz baute die gemischte Landwirtschaft zu einem repräsentativen Weingut um.


Wenn Alois Gollenz über sein Weingut spricht, schwingt eine gehörige Portion Demut mit. Seine Worte haben Bodenhaftung. Er behält das Ganze im Blick. „Ohne die Jahrmillionen Vorarbeit des Vulkanismus wäre die Investition in unseren Betrieb nicht passiert“, verdeutlichte der noch junge Winzer im Zuge der Eröffnung des neu gestalteten Weinguts in Laasen in der Gemeinde Tieschen. Das Weingut Gollenz ist frischgebackener Mitgliedsbetrieb der Eruptionswinzer. Alois Gollenz verantworte 2008 mit 19 Jahren den ersten eigenen Jahrgang. 2014 übernahm er am Betrieb die Hauptverantwortung. Nun investierte er gemeinsam mit seiner Frau Kerstin 900.000 Euro in Verkauf und Präsentation. Ein Herzstück des Um- und Neubaus ist der stehen gebliebene Silo der über Generationen gemischt geführten Landwirtschaft. Auch wenn am Betrieb gefühlt immer zumindest ein Hektar Wein bewirtschaftet wurde, so trat der Wein als Haupterwerbsquelle erst mit Alois Gollenz an vorderste Stelle. Im Silo sollen die Weine einen Ehrenplatz bekommen. Alois Gollenz augenzwinkernd: „Andere haben einen Gewölbekeller. Wir haben einen Silo.“ Angesichts des zu erwartenden Inhalts dürfte es wohl der wertvollste Silo der Region werden. Kulinarische Spielwiese. Das Konzept des neuen Weinguts sieht eine Verschmelzung unterschiedlicher Genüsse vor. Es kann für Feiern und Veranstaltungen gemietet werden und will sich mit kulinarischen Events auf Haubenniveau genussvoll inszenieren. „So kann der Wandel in der Landwirtschaft in der Region funktionieren“, zeigte sich Vulkanland-Obmann Josef Ober begeistert. Bürgermeister Martin Weber überreichte seitens der Gemeinde zur Eröffnung einen glücksbringenden Feuerbock. Schließlich wurde zur Freude der Gäste der traditionsreichen Champagnermethode entsprechend in der Flasche gereifter Sekt sabriert, also mit dem Säbel geöffnet. Übrigens: Alois Gollenz’ Eltern fehlten bei der Präsentation. Aber nicht, weil er alles Lob für sich und seine Frau einheimsen wollte, sondern weil er ihren Arbeitseinsatz mit ein paar Urlaubstagen belohnte. Ein weiterer Hinweis auf die Besonnenheit der Familie.



Feierliche Eröffnung: Kerstin und Alois Gollenz inszenieren ihr noch junges Weingut neu – mit dem Silo, der aus dem Gebäude ragt.

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